01 — Ratgeber
Solaranlage geplant — ist Ihr Zählerschrank bereit?
Für jede Solaranlage mit Einspeisung brauchen Sie einen Zweirichtungszähler – und ab mehr als 7 kWp zusätzlich ein Smart Meter. Beides setzt einen Zählerplatz nach aktuellen Anforderungen voraus: Im Altbau kostet die Anpassung des Zählerschranks häufig 500–2.000 €, ein kompletter Austausch im Einfamilienhaus 1.700–2.900 €. Elektro Porsch (Meisterbetrieb in Bremen-Findorff, seit 1985) prüft Ihren Schrank, bevor Sie die PV-Anlage bestellen.
02 — Worum es geht
Bei der Planung einer Photovoltaik-Anlage schauen alle aufs Dach – und kaum jemand in den Keller. Dabei entscheidet sich dort, ob Ihr Projekt glatt läuft. Ob Sie Sicherungskasten, Stromkasten, Zählerkasten oder Zählerschrank sagen: Gemeint ist immer derselbe Kasten, in dem Ihr Stromzähler sitzt. Und genau dieser Kasten muss für die Solaranlage einiges können.
03 — Wer tauscht den Zähler?
Neuer Stromzähler? Den tauscht der Messstellenbetreiber – nicht der Elektriker
Sobald Ihre Anlage Strom ins Netz einspeist, brauchen Sie einen Zweirichtungszähler. Er misst beides: was Sie aus dem Netz beziehen und was Sie einspeisen. Ihr alter Zähler kann das nicht – er wird darum im Zuge der PV-Anmeldung getauscht.
Wichtig zu wissen: Den Zählertausch macht nicht der Elektriker und auch nicht die Solarfirma. Zuständig ist der Messstellenbetreiber – in Bremen in der Regel wesernetz. Sie müssen den Tausch nicht selbst beauftragen; er wird über die Anmeldung Ihrer Anlage angestoßen.
04 — Smart-Meter-Pflicht
Ab wann brauchen Sie ein Smart Meter?
Bei Anlagen mit mehr als 7 kWp – Kilowatt-Peak, also der Spitzenleistung Ihrer Solarmodule – sind Sie Pflichtfall für ein intelligentes Messsystem, umgangssprachlich Smart Meter. Das regelt das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), das den bundesweiten Zähler-Rollout steuert. Auch hier gilt: Den Einbau organisiert der Messstellenbetreiber, für den Betrieb gelten gesetzliche Kosten-Obergrenzen zwischen 25 und 50 € pro Jahr.
Der Haken steckt wieder im Schrank: Ein Smart Meter braucht Platz und einen Zählerplatz nach aktuellen Anforderungen. Gerade die alte „schwarze Tafel" mit Schraubsicherungen erfüllt das nicht. Was dann auf Sie zukommt, erklären wir ausführlich im Ratgeber Smart Meter & Zählerschrank.
05 — Balkonkraftwerk
Balkonkraftwerk: der einfache Sonderfall
Für ein Steckersolargerät – das klassische Balkonkraftwerk – gelten deutlich einfachere Regeln. Erlaubt sind bis zu 800 Voltampere Wechselrichterleistung und 2 kWp Modulleistung. Angemeldet wird nur im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur; eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig.
Und wenn Ihr alter Zähler dabei rückwärts läuft? Das ist übergangsweise geduldet, bis der Messstellenbetreiber den Zähler tauscht. Sie müssen dafür nichts unternehmen. Eine gute herstellerunabhängige Übersicht bietet die Verbraucherzentrale. Am Zählerschrank selbst ändert sich beim Balkonkraftwerk in aller Regel nichts.
06 — Der versteckte Kostenpunkt
Der Zählerschrank: der versteckte Kostenpunkt im PV-Projekt
Viele PV-Angebote rechnen nur Module, Wechselrichter und Montage – und gehen stillschweigend davon aus, dass der Zählerplatz passt. Im Bremer Altbau passt er oft nicht: zu wenig Platz für den Zweirichtungszähler, fehlende Schutztechnik oder noch die alte Zählertafel. Dann kommt die Modernisierung als Überraschung mitten im Projekt – zur Unzeit und unter Termindruck.
Besser ist die umgekehrte Reihenfolge: erst den Zählerschrank prüfen lassen, dann die Anlage bestellen. So kennen Sie die echten Gesamtkosten Ihres PV-Projekts, und die Inbetriebnahme verzögert sich nicht. Wie eine Zählerschrank-Erneuerung bei uns abläuft, sehen Sie auf der Leistungsseite – inklusive kompletter Abwicklung mit wesernetz.
07 — Was es kostet
Was kostet es, den Zählerschrank PV-bereit zu machen?
Anpassung des Zählerplatzes (z. B. für Smart Meter)
Richtwert500–2.000 €
Reiner Kastentausch (Zuleitung und Platz passen schon)
Richtwertab 900–1.400 €
Kompletter Zählerschrank-Austausch, Altbau-Einfamilienhaus
Richtwert1.700–2.900 €
Mehrfamilienhaus bzw. Anlage mit mehreren Zählerfeldern
Richtwert3.000–4.500 €
Zuschlag, falls eine neue Zuleitung nötig wird
Richtwert+400–1.000 €
Den verbindlichen Preis nennen wir nach einem kurzen Vor-Ort-Check. Die Arbeiten sind meist an einem Arbeitstag erledigt, davon 4–8 Stunden ohne Strom – die Abschaltung melden wir 1–2 Wochen vorher beim Netzbetreiber an. Was den Preis im Einzelnen treibt und wann ein Angebot fair ist, lesen Sie im Kosten-Ratgeber Sicherungskasten.
08 — Häufige Fragen
Häufige Fragen
01 Wer tauscht den Stromzähler gegen einen Zweirichtungszähler?
02 Mein alter Zähler läuft mit dem Balkonkraftwerk rückwärts – ist das schlimm?
03 Muss ich für ein Balkonkraftwerk den Zählerschrank erneuern?
04 Brauche ich mit einer Solaranlage ein Smart Meter?
05 Was kostet es, den Zählerschrank für die PV-Anlage fit zu machen?
06 Kann meine Solaranlage am alten Zählerschrank scheitern?
Quellen und Weiterlesen: wesernetz – Stromzählerwechsel · Bundesnetzagentur – Marktstammdatenregister · Verbraucherzentrale – Steckersolar · Messstellenbetriebsgesetz (MsbG)
09 — Projekt besprechen?
Erst den Schrank prüfen, dann die Solaranlage bestellen
Senden Sie uns ein Foto Ihres Sicherungskastens – wir sagen Ihnen vor der PV-Bestellung ehrlich, ob er bereit ist und was eine Anpassung kostet.
Mo–Do 8–16 Uhr · Fr 8–13 Uhr