01Ratgeber

Haus gekauft, Elektrik alt – muss jetzt alles neu?

Die kurze Antwort

Nein – nach einem Hauskauf muss selten sofort alles neu. Eine sicher funktionierende Anlage genießt Bestandsschutz; handeln müssen Sie erst bei Sicherheitsmängeln oder wenn Sie nachrüsten, etwa Wallbox, Solaranlage oder Wärmepumpe. Der häufigste erste Schritt ist der Zählerschrank: im Altbau-Einfamilienhaus meist 1.700–2.900 € – Elektro Porsch (Meisterbetrieb in Bremen-Findorff, seit 1985) prüft Ihren Bestand und sagt ehrlich, was nötig ist und was nicht.

02Bestandsschutz

Bestandsschutz: die gute Nachricht – und ihre Grenzen

Vorweg zu den Begriffen: Ob Sie Sicherungskasten, Stromkasten, Zählerkasten oder Zählerschrank sagen – gemeint ist immer derselbe Kasten im Keller oder Flur. Und für diesen Kasten wie für die ganze Elektroinstallation gilt zunächst etwas Beruhigendes: Eine Anlage, die zu ihrer Bauzeit den damaligen Regeln entsprach und sicher funktioniert, darf grundsätzlich weiter betrieben werden. Das nennt man Bestandsschutz. Niemand zwingt Sie, nach dem Kauf sofort Wände aufzustemmen.

Bestandsschutz ist aber kein Freibrief. Er endet in zwei Fällen:

  • Bei Sicherheitsmängeln. Eine Anlage, die nicht mehr sicher ist – etwa durch beschädigte Isolierung oder unfachmännische Eingriffe der Vorbesitzer – muss instand gesetzt werden, Bestandsschutz hin oder her.
  • Sobald Sie etwas verändern oder erweitern. Wallbox, Solaranlage, Wärmepumpe, neue Stromkreise für die Küche: Wer in die Anlage eingreift, muss den betroffenen Teil auf den heutigen Stand bringen – nach den Technischen Anschlussbedingungen (TAB), also den Vorschriften Ihres Stromnetzbetreibers, in Bremen wesernetz, und nach der VDE-AR-N 4100, der Norm für moderne Zählerplätze.

Gerade beim Hauskauf lohnt deshalb der Blick nach vorn: Planen Sie in den nächsten Jahren ein E-Auto, eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe? Dann wird der alte Zählerschrank fast immer zum Thema – eine Wallbox ab 4,2 kW gilt nach § 14a EnWG zudem als steuerbare Verbrauchseinrichtung und braucht ein intelligentes Messsystem samt Platz im Schrank. Mehr dazu im Ratgeber Wallbox & Zählerschrank.

03Typische Befunde

Typische Befunde nach 35–40 Jahren

Viele gekaufte Häuser wurden zuletzt in den 1970er- oder 1980er-Jahren elektrisch angefasst. Als Faustwert gilt: Stromleitungen halten rund 40 Jahre – danach werden Isolierungen spröde und die Anlage passt nicht mehr zum heutigen Bedarf. Das finden wir in solchen Häusern am häufigsten vor:

Wichtig zur Einordnung: Keiner dieser Befunde bedeutet automatisch akute Gefahr. Aber jeder ist ein guter Grund, die Anlage einmal systematisch prüfen zu lassen, statt zu raten.

04Das Bremer Haus

Das Bremer Haus: was wir hier besonders oft vorfinden

In den typischen Bremer Häusern – gerade in Findorff und den umliegenden Stadtteilen – wiederholen sich ein paar Eigenheiten: Der Zähler sitzt häufig im Souterrain, oft an beengter Stelle und ohne Platz für moderne Messtechnik. In den Wänden stecken nicht selten noch alte Stoffleitungen, und die klassische Nullung ist hier eher Regel als Ausnahme. Das ist kein Grund zur Panik – aber ein Grund, beim Hauskauf genauer hinzusehen. Wie eine Modernisierung im Bremer Altbau abläuft, auch in Etappen, zeigt unsere Seite zur Altbau-Elektrosanierung.

05Der E-Check

Der E-Check: erst prüfen, dann planen

Das passende Instrument nach dem Hauskauf ist der E-Check: eine systematische Prüfung der gesamten Elektroanlage mit Messungen und Dokumentation nach DIN VDE. Das Ergebnis ist keine Pauschalansage „alles neu", sondern eine ehrliche Prioritätenliste: Was ist sicherheitsrelevant und sollte zeitnah behoben werden? Was steht an, sobald Sie nachrüsten? Und was kann ohne Bedenken bleiben?

Mit dieser Liste können Sie Ihr Sanierungsbudget realistisch planen, statt sich von der größten Schreckenszahl leiten zu lassen. Der Aufwand für die Prüfung hängt von der Größe der Anlage ab – fragen Sie einfach kurz an oder rufen Sie an: 0421 / 2228666.

06Versicherung

Versicherung: was stimmt – und was Panikmache ist

Im Netz liest man oft, die Wohngebäudeversicherung „zahle nicht" bei alter Elektrik. So pauschal stimmt das nicht. Richtig ist: Versicherer können im Schadenfall Leistungen kürzen, wenn eine veraltete oder mangelhafte Elektroanlage zum Schaden beigetragen hat. Ob und in welcher Höhe, ist immer eine Frage des Einzelfalls.

Unabhängige Informationen rund um Elektroinstallation und Energie im Eigenheim bietet auch die Verbraucherzentrale.

07Ihr Budget

Ihr Budget: Richtwerte für die Sanierungskalkulation

Für die Kalkulation nach dem Hauskauf hier die ehrlichen Spannen – beginnend mit dem häufigsten ersten Schritt, dem Zählerschrank:

Reiner Kastentausch (Zuleitung und Platz passen schon)

Richtwertab ca. 900–1.400 €

Kompletter Zählerschrank-Austausch im Altbau-Einfamilienhaus

Richtwert1.700–2.900 €

Mehrfamilienhaus / Anlage mit mehreren Zählerfeldern

Richtwert3.000–4.500 €

Neue Zuleitung, falls nötig

Richtwertzusätzlich 400–1.000 €

Umbau des Zählerplatzes für ein Smart Meter

Richtwert500–2.000 €

Zählerschrank wallbox-fertig machen

Richtwert800–2.500 €

Den verbindlichen Preis nennen wir nach einem kurzen Vor-Ort-Check. Zur Einordnung der Dauer: Der Zählerschrank-Austausch ist in der Regel an einem Arbeitstag erledigt, der Strom ist dabei meist 4–8 Stunden weg – die Abschaltung melden wir 1–2 Wochen vorher beim Netzbetreiber an. Was den Preis im Detail treibt und woran Sie ein faires Angebot erkennen, steht im Ratgeber „Was kostet ein neuer Sicherungskasten?"; den Leistungsumfang finden Sie auf der Seite Zählerschrank & Sicherungskasten erneuern.

Für eine komplette Elektrosanierung des Hauses hängt das Budget stark vom Umfang ab – Anzahl der Räume, Wandaufbau, gewünschte Ausstattung. Hier nennen wir nach der Bestandsaufnahme einen nachvollziehbaren Rahmen, gern auch aufgeteilt in Etappen. Und noch ein Blick nach vorn: Bis 2032 werden ohnehin alle Stromzähler auf moderne Messeinrichtungen umgestellt – wer den Zählerplatz jetzt erneuert, ist dafür schon vorbereitet. Details dazu beim Netzbetreiber: wesernetz.de – Stromzählerwechsel.

08Häufige Fragen

Gut zu wissen

Häufige Fragen

01 Muss ich nach dem Hauskauf die komplette Elektrik erneuern lassen?
Nein, eine generelle Pflicht gibt es nicht. Eine sichere Anlage genießt Bestandsschutz und darf weiter betrieben werden. Der Schutz endet aber, sobald Sie etwas verändern – etwa eine Wallbox, Solaranlage oder Wärmepumpe nachrüsten – oder wenn Sicherheitsmängel bestehen. Dann gilt: Anpassung geht vor Bestandsschutz. Bei 35–40 Jahre alten Häusern lohnt deshalb eine fachliche Prüfung.
02 Woran erkenne ich, dass die Elektrik im gekauften Haus veraltet ist?
Typische Zeichen: ein altes Brett mit Schraubsicherungen („schwarze Tafel"), kein FI-Schutzschalter, nur zwei Adern in den Leitungen und spröde oder stoffummantelte Isolierung. Stromleitungen halten erfahrungsgemäß rund 40 Jahre. Wurde das Haus seit den 1980ern nicht saniert, sollte ein Elektrofachbetrieb die Anlage einmal komplett prüfen.
03 Was kostet ein neuer Sicherungskasten nach dem Hauskauf?
Richtwerte: Ein reiner Kastentausch kostet ab ca. 900–1.400 €, der komplette Zählerschrank-Austausch im Altbau-Einfamilienhaus meist 1.700–2.900 €, im Mehrfamilienhaus 3.000–4.500 €. Elektro Porsch (Meisterbetrieb in Bremen-Findorff, seit 1985) nennt Ihnen den verbindlichen Preis nach einem kurzen Vor-Ort-Check.
04 Zahlt meine Versicherung nicht, wenn die Elektrik alt ist?
So pauschal stimmt das nicht. Versicherer können aber im Schadenfall Leistungen kürzen, wenn eine veraltete oder mangelhafte Elektroanlage zum Schaden beigetragen hat. Ein geprüfter Zustand mit Dokumentation nach DIN VDE schafft Klarheit. Lassen Sie die rund 40 Jahre alte Anlage nach dem Kauf daher einmal fachlich prüfen.
05 Wie lange ist der Strom weg, wenn der Zählerschrank erneuert wird?
Meist 4–8 Stunden – in der Regel ist alles an einem Arbeitstag erledigt. Die Abschaltung melden wir 1–2 Wochen vorher beim Netzbetreiber an, Sie wissen also rechtzeitig Bescheid und können den Tag entspannt einplanen. Den Termin stimmen wir gemeinsam mit Ihnen ab.
06 Kann ich die Elektrosanierung in Etappen machen?
Oft ja – zum Beispiel Raum für Raum, oder erst der Zählerschrank und später die Leitungen. Der Zählerschrank-Austausch selbst ist meist an einem Arbeitstag erledigt. Wir sagen Ihnen offen, wann Etappen sinnvoll sind und wann eine Gesamtlösung am Ende günstiger kommt.

09Projekt besprechen?

Haus gekauft? Wir schauen ehrlich auf Ihre Elektrik

Senden Sie uns ein paar Fotos vom Sicherungskasten – wir sagen Ihnen kurz und ehrlich, was nötig ist, was warten kann und womit Sie kalkulieren sollten.

0421 / 2228666

Mo–Do 8–16 Uhr · Fr 8–13 Uhr

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